Google Family Link: Was die App kann, kostet und nicht kann

6 Min. Lesezeit
Titelbild: Google Family Link, Vater und Kind im Kurs-Look

Das erste Android-Handy soll bald in Gebrauch gehen, und jemand hat dir gesagt: „Dann installier einfach Family Link.“ Die App ist die Elternaufsicht von Google, und sie ist für viele Familien ein guter Anfang, aber kein Rundumschutz (Stand: Oktober 2026).

Wie Family Link in das Gesamtbild passt, zeigt der Überblick zur Kindersicherung am Handy. Dieser Beitrag ordnet die App ein: Was ist das, was kostet es, für wen passt es? Die Einrichtung selbst steht im Beitrag Family Link einrichten.

Was ist Google Family Link?

Family Link ist die Elternaufsicht von Google. Sie besteht aus einer App auf deinem Smartphone und einem Google-Konto mit Elternaufsicht für dein Kind.

Laut Google siehst du damit, was dein Kind auf seinem Android- oder ChromeOS-Gerät tut, und kannst es online schützen. Die Verwaltung klappt auch im Webbrowser, ohne die App.

Für Eltern gilt nach der Hilfeseite von Google: Du brauchst ein eigenes Google-Konto, bist mindestens 18 Jahre alt und hast ein Android-Gerät ab Version 6.0, ein iPhone oder iPad ab iOS 16 oder ein Chromebook. Wohnst du im selben Land wie dein Kind, steht der Nutzung nichts im Weg.

Was kann die App?

Family Link bündelt die wichtigsten Familienfunktionen von Google an einer Stelle. Nach den offiziellen Hilfeseiten gehören diese dazu:

  • Apps genehmigen oder blockieren, die dein Kind aus dem Play Store laden will, und Berechtigungen ändern
  • Bildschirmzeit ansehen, Nutzungsdauer begrenzen und eine Schlafenszeit festlegen
  • den Standort eines Android-Geräts anzeigen lassen
  • nicht jugendfreie Inhalte im Play Store sperren
  • Filter für Google-Apps wie Suche, Chrome und YouTube festlegen
  • einsehen, in welchen Apps Werbung erscheint

Die Einrichtung dauert laut Google etwa 15 Minuten. Wie du die Bildschirmzeit genau einstellst, erklärt der Beitrag Family Link Bildschirmzeit.

Was kostet Family Link?

Der Play Store listet die Family-Link-App mit dem Preis null, du lädst sie also ohne Kaufpreis. In den Hilfeseiten von Google steht dazu keine Aussage, deshalb gilt hier der Stand im Play Store von Oktober 2026.

Beachte die Werbung: Google-Dienste sind laut Google werbeunterstützt, dein Kind sieht also möglicherweise Anzeigen. Es bekommt aber keine personalisierte Werbung, und du kannst dir auflisten lassen, in welchen Apps Anzeigen erscheinen.

Kosten können an anderer Stelle entstehen, etwa durch Käufe im Play Store. Kaufgenehmigungen gelten dabei nur für Käufe über Google Play. Wie du Apps nach Kriterien freigibst, steht im Beitrag Family Link Apps freigeben.

Für wen passt Family Link?

Family Link passt, wenn dein Kind ein Android-Handy, ein Android-Tablet oder ein Chromebook nutzt. Auf dem Gerät deines Kindes gelten nach der Hilfeseite von Google Android ab Version 6.0, ChromeOS ab Version 71 oder ein kompatibles Fitbit-Gerät.

Ein Konto ohne Elternaufsicht gibt es in Deutschland laut Google zum Mindestalter erst ab 16 Jahren. Davor läuft das Konto deines Kindes mit Elternaufsicht. Ein Mindestalter für die Nutzung der Aufsicht selbst gibt es laut Google nicht: Du entscheidest, wann dein Kind für sein erstes Gerät bereit ist.

Hat dein Kind ein iPhone, passt Family Link kaum. Dann kommt die Bildschirmzeit von Apple infrage, wie der Beitrag Family Link auf iPhone zeigt.

Vergleich: Family Link für Android und Chromebook, Bildschirmzeit von Apple für iPhone und iPad
Welche Elternaufsicht passt, hängt vom Gerät deines Kindes ab.

Google legt keine Altersstufen für die Einstellungen fest. Die Einteilung oben ist ein Praxisvorschlag.

Wo liegen die Grenzen?

Family Link ist ein Hilfsmittel. Google schreibt selbst, dass die App unangemessene Inhalte nicht generell blockiert und die Filter nicht perfekt sind. Die wichtigsten Grenzen nach den offiziellen Seiten:

Bereich Was du wissen solltest
iPhone, iPad, Browser Die Aufsicht wirkt nur teilweise, App-Verwaltung, Chrome-Filter und Gerätenutzungsdauer fehlen
Tageslimits Sie gelten pro Gerät: Zwei Geräte mit je zwei Stunden ergeben vier Stunden
Blockierte Apps Die Sperre greift erst nach etwa fünf Minuten oder bei bestehender Internetverbindung
Käufe Kaufgenehmigungen gelten nur für den Play Store
Schul- und Arbeitskonten Sie lassen sich nicht über Family Link verwalten, du brauchst ein privates Google-Konto

Auch Klicksafe rät, technische Lösungen durch Gespräche zu ergänzen. Was Family Link in Play Store, YouTube und Chrome leistet, steht im Beitrag Family Link Jugendschutz.

Aufsicht beenden und mitwachsen lassen

Mit 16 kann dein Kind ein eigenes Konto führen. Teenager unter 18 brauchen laut Google die Einwilligung eines Elternteils, um die Aufsicht zu beenden. Du als Elternteil kannst sie dagegen jederzeit beenden.

Ob und wann du das tust, ist eine Frage der Reife und des Vertrauens. Schau die Einstellungen gemeinsam an, wenn ein neues Gerät dazukommt, nach großen Updates und etwa einmal im Jahr zum Geburtstag. Mehr dazu im Beitrag Family Link bis zu welchem Alter.

Wie aus Einstellungen eine Familienregel wird, die im Alltag hält, zeigt Kapitel 7 im Elternkurs Digital aufwachsen.

Häufige Fragen

Ist Family Link kostenlos?

Der Play Store listet die App mit dem Preis null. Google-Dienste sind werbeunterstützt, personalisierte Werbung bekommt dein Kind aber nicht.

Ab welchem Alter nutze ich Family Link?

Ein Mindestalter für die Aufsicht gibt es laut Google nicht. Ein Konto ohne Aufsicht gibt es in Deutschland erst ab 16 Jahren.

Funktioniert Family Link auf dem iPhone?

Nur teilweise. Laut Google fehlen dort App-Verwaltung, Chrome-Filter und die Gerätenutzungsdauer.

Kann mein Kind Family Link selbst beenden?

Teenager unter 18 brauchen dafür die Einwilligung eines Elternteils. Du selbst kannst die Aufsicht jederzeit beenden.

Dein nächster Schritt

Prüfe zuerst, welches Gerät dein Kind nutzt: Bei Android oder Chromebook lohnt sich Family Link, bei einem iPhone eher die Bildschirmzeit von Apple. Richte danach nur das ein, was ihr gemeinsam besprochen habt, und schaut in ein paar Wochen, was gut läuft.

Buchempfehlung

Mathe meistern: Alle wichtigen Themen für die 5. - 10. Klasse

Alle wichtigen Mathe-Themen der Klassen 5 bis 10, verständlich erklärt. Zum Nachschlagen neben den Hausaufgaben.

  • Von Nachhilfelehrern geschrieben
  • Alle wichtigen Themen der Klassen 5 bis 10
€9,99Statt €104,94 Zum Buch