Family Link Apps freigeben: Nach welchen Kriterien entscheidest du?

7 Min. Lesezeit
Titelbild: Family Link Apps freigeben, Mutter und Tochter im Kurs-Look

Welche Apps darf dein Kind laden? In Family Link entscheidest das du, und die App-Freigabe lässt sich jederzeit ändern. Die Technik ist schnell erklärt, die eigentliche Arbeit steckt in den Kriterien, nach denen du Apps prüfst.

Dieser Ratgeber gehört zum Überblick zur Kindersicherung am Handy. Er setzt voraus, dass dein Kind schon ein Konto mit Elternaufsicht hat. Falls nicht, hilft der Beitrag zum Google Kinderkonto. Die Menüwege folgen den offiziellen Google-Hilfeseiten (Stand: Oktober 2026).

Was bedeutet „Apps freigeben“ in Family Link?

Mit Family Link legst du laut Google fest, welche Apps dein Kind herunterladen, kaufen und verwenden darf. Das gilt für Geräte, die ihr gemeinsam verwaltet, also Android-Geräte und Chromebooks.

In der Praxis sind es drei Stellschrauben: der Altersfilter bei Google Play, die Erlaubnis für einzelne Apps und das Zeitlimit pro App. Sie ergänzen sich. Der Filter wirkt breit, die einzelne Erlaubnis genau.

So erlaubst oder blockierst du eine App

Die Google-Hilfeseite zu Apps beschreibt den Weg so:

Fünf Schritte, um in Family Link eine App zu erlauben oder zu blockieren
Der Weg zur App-Freigabe nach der Google-Hilfeseite, Stand Oktober 2026.
  1. Öffne die Family Link App und wähle das Konto deines Kindes.
  2. Tippe links unten auf „Bildschirmzeit“, dann auf „Zeitlimits“.
  3. Öffne „App-Limits“ und wähle die App aus der Liste.
  4. Stelle den Schalter auf „Erlaubt“ oder „Blockiert“.
  5. Tippe auf „Fertig“.

Blockierte Apps sind in der Liste mit „Blockiert“ gekennzeichnet. Nach etwa fünf Minuten wirkt die Änderung, auch wenn das Gerät offline war und erst später wieder online geht. Nutzt dein Kind die App gerade, erhält es eine Minute vorher eine Warnung.

Einige Apps lassen sich nicht blockieren, weil sie für die Elternaufsicht oder für das Funktionieren des Geräts nötig sind. Für System-Apps gibt es auch keine App-Limits.

Welche Einstellung für welche App?

Bei jeder App hast du laut Google vier Möglichkeiten. Die Tabelle zeigt, wann welche passt.

Einstellung Was sie bewirkt Wann sie passt
Erlaubt, ohne Limit Die App ist nutzbar, ihre Zeit zählt zum Tageslimit Apps, die du kennst und die zum Alter passen
Limit festlegen Du legst Stunden und Minuten pro Tag für diese App fest Spiele und Videoapps, die viel Zeit binden
Unbegrenzte Zeit Zählt nicht zum Tageslimit, auch danach nutzbar Lern-Apps, Telefon, Karten
Blockiert Die App ist auf allen Geräten des Kindes gesperrt Apps, die (noch) nicht passen

„Unbegrenzte Zeit“ gibt es nur bei Android 7 oder höher und ohne Google Kids Space. Prüfe also die Android-Version deines Kindes.

Der Altersfilter bei Google Play

Der Filter ist die breitere Stellschraube. In der Family Link App tippst du auf das Konto deines Kindes, dann auf „Einstellungen“ und „Google Play“. Dort wählst du bei „Apps, Spiele, Filme und TV-Sendungen“ die höchste Alterseinstufung, die dein Kind laden oder kaufen darf.

Beachte Googles eigene Einschränkung: Inhaltsbeschränkungen verhindern laut Google-Hilfe nicht, dass eingeschränkte Inhalte in Suchergebnissen auftauchen oder über einen direkten Link aufgerufen werden. Kaufgenehmigungen gelten außerdem nur für Käufe über das Abrechnungssystem von Google Play.

Die Google-Hilfe nennt auch die Möglichkeit, dass neue Apps vor dem Download genehmigt werden müssen. Wie du Kaufgenehmigungen verwaltest, beschreibt Google auf einer eigenen Hilfeseite.

Nach welchen Kriterien prüfst du eine neue App?

Ein Alterskennzeichen allein reicht selten. Diese Fragen helfen dir, bevor du eine App erlaubst:

  • Alterskennzeichen: Welche Stufe hat die App? In Deutschland vergibt die USK fünf Kennzeichen, von „ohne Altersbeschränkung“ bis „keine Jugendfreigabe“, wie die USK beschreibt.
  • Zusatzhinweise: Nennt die App Funktionen wie „Chats“ oder „In-Game-Käufe“? Seit der Reform des Jugendschutzgesetzes können solche Risiken die Altersstufe erhöhen.
  • Wer kann Kontakt aufnehmen? Hat die App einen offenen Chat mit Fremden?
  • Wie verdient die App Geld? Gibt es Werbung, Abos oder Zufallsgegenstände?
  • Was will dein Kind damit? Wozu soll die App dienen, und gibt es etwas Ähnliches, das besser passt?

Bei Google Play entsteht das Kennzeichen automatisch: Der Anbieter füllt einen Fragebogen aus, und das IARC-System leitet das deutsche Kennzeichen daraus ab, wie die USK zu IARC erklärt. Es ist also eine Selbstauskunft, die du nicht blind übernehmen musst.

Wenn dein Kind eine App will, die du nicht freigeben möchtest

Das passiert früher oder später. Ein Nein ohne Begründung führt oft nur dazu, dass dein Kind die App bei Freunden nutzt. Besser ist ein Gespräch über die Gründe: Was reizt die App? Welche Funktion stört dich, etwa ein offener Chat oder Zufallskäufe?

Manchmal findet ihr eine Lösung dazwischen. Ihr könnt die App für eine Probezeit erlauben und danach gemeinsam auswerten. Oder ihr einigt euch darauf, dass sie erst mit einem bestimmten Alter dazukommt. Wichtig ist, dass dein Kind merkt: Die Regel hat einen Grund und gilt nicht nur, weil du sie festlegst.

Die Einstellung in Family Link ist dafür nur das Werkzeug. Viele Familienfunktionen setzen ohnehin voraus, dass das Kind sie versteht und mitträgt. Wer heimlich sperrt, verliert schnell das Vertrauen.

Was nach der Freigabe passiert

Eine einmal erlaubte App bleibt nicht automatisch passend. Apps ändern sich: Neue Versionen bringen Chats, Käufe oder Werbung mit. Laut Google-Hilfe wird eine App, deren neue Version eine höhere Altersfreigabe hat als dein Filter erlaubt, nicht mehr aktualisiert. Das schützt, kann aber auch dazu führen, dass eine App plötzlich nicht mehr startet.

Schau darum nach großen Updates, bei neuen Geräten und etwa einmal im Jahr zum Geburtstag deines Kindes noch einmal auf die Liste. Streiche, was nicht mehr genutzt wird, und passe Limits an. So bleibt die Freigabe ein Rahmen, der mitwächst.

App-Freigabe nach Alter

Google gibt keine Altersstufen vor. Die Einteilung hier ist ein Praxisvorschlag, abgeleitet aus den drei Altersstufen des Elternkurses.

App-Freigabe nach Alter: Begleitung mit 6 bis 9, 10 bis 13 und 14 bis 17 Jahren
Ein Praxisvorschlag, keine Altersvorgabe von Google.

Laut Google blockiert Family Link keine unangemessenen Inhalte, und die Filter der Google-Apps sind „nicht perfekt“. Technik ersetzt kein Gespräch. Wie aus der App-Freigabe eine Familienregel wird, die im Alltag hält, zeigt Kapitel 7 im Elternkurs Digital aufwachsen. Dort gibt es zum Beispiel das Arbeitsblatt „Die Türen einer App“.

Weitere Filter für Play Store, YouTube und Chrome stehen im Beitrag Family Link Jugendschutz. Welche Apps zu welchem Alter passen, zeigt der Überblick über Altersfreigaben bei Apps und Spielen.

Häufige Fragen

Wie gebe ich in Family Link eine App frei?

Öffne die Family Link App, wähle dein Kind, tippe auf „Bildschirmzeit“, „Zeitlimits“ und „App-Limits“. Wähle die App und stelle den Schalter auf „Erlaubt“.

Wie lange dauert es, bis eine Änderung wirkt?

Laut Google etwa fünf Minuten, oder sobald das Gerät mit dem Internet verbunden ist. Nutzt dein Kind die App gerade, bekommt es eine Minute vorher eine Warnung.

Kann ich jede App blockieren?

Nein. Einige Apps sind für die Elternaufsicht oder für das Funktionieren des Geräts nötig und lassen sich nicht blockieren. Das schreibt Google auf seiner Hilfeseite.

Gilt die Freigabe auch auf dem iPhone?

Nein. Auf iPhones und iPads funktioniert die Family Link Elternaufsicht laut Google nicht. Dort brauchst du die Bildschirmzeit von Apple.

Dein nächster Schritt

Schau dir an, welche Apps auf dem Gerät deines Kindes installiert sind, und geh die Liste in Ruhe mit ihm durch. Wähle den Altersfilter bei Google Play und entscheide für drei bis vier Apps, ob sie ein Limit bekommen. Notiere die Regeln, auf die ihr euch geeinigt habt.

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