Solltest du dein Kind für gute Noten belohnen? Belohnen ja, aber nicht die Endnote: Eine Belohnung wirkt, wenn sie Anstrengung und Lernweg würdigt, klein bleibt und aus gemeinsamer Zeit statt Geld besteht. Warum das so ist und wie du es mit einer einfachen Belohnungstafel umsetzt, liest du hier. Die Tafel gibt es am Ende als kostenloses PDF zum Ausdrucken.
Wie belohnt Deutschland?
Das Schuljahr ist in vollem Gange, die ersten Klassenarbeiten sind zurück, und mit ihnen gute und schlechte Noten. Viele Eltern fragen sich jetzt: Ist es sinnvoll, das Kind für gute Noten zu belohnen und für schlechte zu bestrafen?
Eine Forsa-Umfrage unter Eltern zeigt: In 61 Prozent der Familien werden Kinder für das letzte Schulzeugnis belohnt. 45 Prozent der Eltern würdigen damit besondere Anstrengungen, 33 Prozent die Verbesserung im Vergleich zum letzten Zeugnis, und 20 Prozent belohnen unabhängig von den Zeugnisnoten.
Warum Geld für Noten nach hinten losgeht
Der Vergleich zur Arbeitswelt liegt nahe: Wer im Job gute Arbeit leistet, bekommt eine Prämie, und die spornt an. Eine Geld-Belohnung für gute Noten müsste also genauso wirken, so die Überlegung.
Pädagogisch hat die Geld- oder Geschenk-Belohnung aber drei Haken. Erstens kann die Belohnung zum eigentlichen Ziel werden: Dein Kind lernt dann nicht mehr für sich, sondern nur noch für die Prämie. Zweitens kann sich nicht jede Familie materielle Belohnungen leisten, und das empfundene Ungleichgewicht drückt die Lernfreude zusätzlich. Drittens trifft die Noten-Belohnung oft die Falschen: Manche Kinder lernen viel und schreiben trotzdem keine guten Noten, andere bekommen gute Noten ohne jede Anstrengung. Belohnt wird dann nicht der Einsatz, sondern das Talent.
Die bessere Lösung: Punkte für den Einsatz statt Geld für Noten
Eine Lösung, die für jede Familie funktioniert, ist ein einfaches Punktesystem. Dein Kind bekommt Punkte für Bemühungen, eingehaltene Lernzeiten und Verbesserungen, nicht für die nackte Endnote. Wie viele Punkte es wofür gibt, legt ihr gemeinsam fest. Am Ende der Woche wird der Punktestand mit eurer Belohnungsliste verglichen.
Geldfreie Belohnungen, die sich bewährt haben:
- einmal von den Hausarbeiten befreit sein (abwaschen, Tisch decken)
- das Lieblingsgericht beim nächsten Essen
- ein Besuch im Lieblingsrestaurant
- das nächste Ausflugsziel bestimmen
- gemeinsames Vorlesen der Lieblingsgeschichte
- ein Filmabend mit der Lieblingsserie
Bezieh dein Kind beim Anlegen der Punkte- und Belohnungsliste mit ein. Kinder, die ihre Belohnungen mit aussuchen dürfen, ziehen deutlich motivierter mit.
So nutzt du die Belohnungstafel
Gratis-Download: Belohnungstafel für eine Woche (PDF)
Trage mit deinem Kind 3 bis 4 kleine Wochenziele ein und mache Anstrengung sichtbar, Tag für Tag: Belohnungstafel als PDF herunterladen (eine Seite, zum Ausdrucken und Aufhängen, mit Anleitung und Belohnungsideen).
Drei Regeln machen den Unterschied: Belohne den Einsatz, nicht die Note. Halte die Ziele so klein, dass sie in 10 Minuten schaffbar sind. Und behandle die Tafel als Spiel, nicht als Druckmittel: Ein leerer Tag wird nicht kommentiert, ein voller Tag wird gefeiert.
Belohne also nicht die Endnote, sondern den Weg dorthin. Eine Belohnung muss nicht aus Geld oder Geschenken bestehen: Gemeinsame Zeit motiviert länger und ist für jede Familie machbar.
Wenn gute Noten am Verstehen scheitern
Die beste Belohnung wirkt nicht, wenn die Grundlagen fehlen. Unser Nachschlagewerk Mathe meistern: Alle wichtigen Themen für die 5.-10. Klasse erklärt jedes Mathe-Thema der Klassen 5 bis 10 so einfach, dass Kinder wieder eigene Erfolge erleben. Diese Motivation kann keine Belohnung ersetzen.




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