Kindersuchmaschine: fragFINN und Blinde Kuh im Vergleich

Das erwartet dich
Eine Kindersuchmaschine ist ein geschützter Surfraum und kein Filter für das ganze Netz. Sie eignet sich als sicherer Startpunkt für jüngere Kinder, ersetzt aber weder Begleitung noch Einstellungen auf dem Gerät. Zwei Namen fallen dabei am häufigsten: fragFINN und Blinde Kuh.
Welche Schalter ein Gerät insgesamt schützen, erklärt der Beitrag Kindersicherung fürs Handy: Geräte und Apps richtig einstellen. Hier geht es um die Frage, welche Kindersuchmaschine zu deinem Kind passt und was sie leisten kann.
Was eine Kindersuchmaschine ist und was nicht
Eine Kindersuchmaschine zeigt bei einer Suche nur Ergebnisse, die vorher ausgewählt wurden. Bei einer normalen Suchmaschine bestimmt ein Algorithmus aus dem gesamten Netz, was erscheint. Bei einer Kindersuchmaschine entscheidet eine Redaktion, was in den Suchraum gehört.
Das hat einen Vorteil: Dein Kind landet nicht zufällig auf Seiten, die für Erwachsene gemacht sind. Es hat aber auch Grenzen. Der Suchraum ist kleiner, und wer ein Thema sucht, das nicht aufgenommen wurde, findet nichts.
Eine Kindersuchmaschine ist außerdem kein Jugendschutzprogramm. Sie kontrolliert nicht, was dein Kind sonst auf dem Gerät öffnet, wenn es einen anderen Browser nimmt.
fragFINN: Positivliste für 6 bis 12 Jahre
fragFINN ist laut eigener Elternseite eine Kindersuchmaschine mit einem geschützten Surfraum. Betrieben wird sie vom fragFINN e.V. aus Berlin, der seit 2007 aktiv ist. Menschen prüfen jede Seite, bevor ein Kind sie finden kann (fragFINN).
Der Surfraum basiert auf einer Positivliste. Sie umfasst nach Angabe des Anbieters rund 14.000 geprüfte Internetseiten, einschließlich Adserver und ergänzender Adressen, was etwa 4.000 Online-Angeboten entspricht. Die Liste wird täglich aktualisiert und laufend geprüft. Der Surfraum richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren (fragFINN für Eltern).
Zwei Funktionen sind für Eltern praktisch. Mit dem URL-Check lässt sich prüfen, ob ein bestimmtes Angebot freigegeben ist. Über „Seite vorschlagen“ können Kinder, Erwachsene und Seitenbetreibende neue Angebote einreichen, die das fragFINN-Team prüft (Aufnahmeprozess).
Daneben gibt es die fragFINN-App. Sie ist ein Browser für Android, iOS und Fire OS, kostenlos, und lässt nur Seiten der Positivliste zu. Zur Datenverarbeitung nennt der Anbieter, dass Suchanfragen an einen Server in Deutschland gehen und keine Nutzerdaten gesammelt oder gespeichert werden. Das ist eine Selbstauskunft des Anbieters.
Blinde Kuh: heute Linktipps statt Suche
Blinde Kuh bezeichnet sich als „die erste deutschsprachige Suchmaschine für Kinder“. Betrieben wird sie von Blinde Kuh e.V. in Hamburg. Die Startseite beschreibt, dass die Seite früher eine Suchmaschine für Kinder war und heute kuratierte Linktipps zu Themen wie Weltraum, Experimente, Meere und Kinderrechte bietet (Blinde Kuh).
Das ist eine wichtige Einordnung, denn viele ältere Ratgeber führen Blinde Kuh noch als Suchmaschine auf. Wenn dein Kind etwas Bestimmtes eintippen will, ist die Seite also nicht die richtige Wahl. Als Sammlung von Entdeckungstipps kann sie dagegen gut funktionieren.
Das Projekt wurde nach Angabe der Seite von 2004 bis zum 31. Januar 2024 vom Bund gefördert. Der Verein sucht nun nach neuer Finanzierung. Wie lange das Angebot in dieser Form besteht, steht deshalb nicht fest.
fragFINN und Blinde Kuh im Vergleich
Die Tabelle stellt gegenüber, was die beiden Anbieter auf ihren eigenen Seiten angeben. Stand der Angaben ist Oktober 2026.
| Merkmal | fragFINN | Blinde Kuh |
|---|---|---|
| Was es heute ist | Kindersuchmaschine mit Positivliste und eigener App | Sammlung kuratierter Linktipps, früher Suchmaschine |
| Betreiber | fragFINN e.V., Berlin | Blinde Kuh e.V., Hamburg |
| Altersangabe | 6 bis 12 Jahre | Keine Angabe auf der Startseite |
| Freie Suche nach Stichwort | Ja, Text- und Bildersuche im geprüften Raum | Nicht mehr der Schwerpunkt |
| Prüfung der Seiten | Menschen prüfen jede Seite, Positivliste wird täglich aktualisiert | Redaktionell ausgewählte Linktipps |
| Eigene App | Ja, Browser für Android, iOS und Fire OS | Nicht angegeben |

So nutzt ihr eine Kindersuchmaschine im Alltag
Du kannst die Kindersuchmaschine als Startseite im Browser deines Kindes festlegen. Wie das geht, hängt von Browser und Gerät ab. Die offizielle fragFINN-Seite beschreibt die Einrichtung nicht Schritt für Schritt, deshalb hilft die Hilfe deines Browsers.
Hilfreicher als die Technik ist oft der gemeinsame Start. Setzt euch beim ersten Mal zusammen hin, sucht nach einem Thema, das dein Kind interessiert, und schaut, was erscheint. Wenn etwas fehlt, kann dein Kind die Seite über „Seite vorschlagen“ anregen. So lernt es, dass Suchmaschinen von Menschen gestaltet werden.
Passend zum Alter kannst du so vorgehen:
Das ist ein Praxisvorschlag, keine Studie. Die Altersangabe 6 bis 12 stammt vom Anbieter fragFINN, die Einteilung in die drei Stufen ist eine Orientierung und keine Freigabe.
Grenzen: Warum die Suchmaschine allein nicht schützt
Laut fragFINN können Eltern und Pädagogen nur dann sicherstellen, dass Kinder ausschließlich die geprüften Seiten nutzen, wenn der Surfraum zusätzlich technisch abgesichert ist. Welche Technik dafür gemeint ist, beschreibt die Seite nicht (fragFINN für Eltern). Ohne diese Absicherung kann dein Kind einfach einen anderen Browser öffnen.
Das passt zu dem, was Fachstellen allgemein sagen: Technische Lösungen bieten keinen vollständigen Schutz und ersetzen kein Gespräch (klicksafe). Auch ein Filter im Router wirkt nur im eigenen Heimnetz, nicht über mobile Daten oder fremde WLANs (medien-kindersicher.de).
Gerät, Konto und einzelne App sind drei getrennte Schutzebenen mit eigenen Schaltern, und keine ersetzt die andere. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt unter anderem aktuelle Software, passende Sicherheitseinstellungen und gemeinsame Begleitung (BSI).
Ein Beispiel, wie ihr das Gerät absichern könnt, zeigt der Beitrag Microsoft Family Safety einrichten: so geht's für Windows und Xbox. Wenn du wissen willst, wie USK, PEGI und die Mindestalter der Anbieter zusammenhängen, hilft Altersfreigaben bei Apps und Spielen: USK, PEGI und Mindestalter.
Wie ihr Angebote gemeinsam prüft und eine feste Familienregel daraus macht, behandelt Kapitel 3 im Elternkurs Digital aufwachsen.
Häufige Fragen
Ist fragFINN kostenlos?
Die fragFINN-App ist laut Anbieter kostenlos.
Ab welchem Alter eignet sich fragFINN?
Der Surfraum richtet sich laut fragFINN an Kinder von 6 bis 12 Jahren. Wann dein Kind darüber hinauswächst, hängt von seinen Fragen und seiner Reife ab.
Kann ich prüfen, ob eine Seite freigegeben ist?
Ja. Mit dem URL-Check von fragFINN lässt sich prüfen, ob ein Angebot auf der Positivliste steht. Fehlt eine Seite, kannst du sie vorschlagen.
Ist Blinde Kuh noch eine Suchmaschine?
Nach der aktuellen Startseite nicht mehr im Kern. Sie zeigt kuratierte Linktipps zu Themen, die Kinder interessieren, und bezeichnet sich als erste deutschsprachige Kindersuchmaschine.
Reicht eine Kindersuchmaschine als Jugendschutz?
Nein. Sie ist ein geschützter Raum für die Suche, ersetzt aber keine Einstellungen auf Gerät, Konto und Router und kein Gespräch mit deinem Kind.
Dein nächster Schritt
Öffne fragFINN heute gemeinsam mit deinem Kind und sucht zusammen ein Thema aus. Danach entscheidet ihr, ob die Suchmaschine zur Startseite wird und welche weiteren Einstellungen ihr auf dem Gerät ergänzt.
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