Kindersicherung am iPad: Bildschirmzeit und Geführter Zugriff

Das erwartet dich
Reicht die Bildschirmzeit, um ein iPad kindersicher zu machen? Für den Alltag ja, wenn dein Kind einen eigenen Kinderaccount hat. Für ein iPad, das sich die Familie teilt, kommt der Geführte Zugriff dazu.
Dieser Ratgeber gehört zum Überblick zur Kindersicherung fürs Handy und gilt für das iPad. Die Menüwege folgen den offiziellen Hilfeseiten von Apple (Stand: Oktober 2026). Sieht dein iPad anders aus, gilt die aktuelle Anleitung dort.
Was gehört zur Kindersicherung am iPad?
Die Kindersicherung besteht aus zwei Teilen: der Familienfreigabe und der Bildschirmzeit. Die Familienfreigabe verbindet die Apple Accounts der Familie. In der Bildschirmzeit legst du die Regeln für das Gerät deines Kindes fest.
Laut Apple bietet sie Nutzungszeiten je App-Kategorie, Zeitpläne, die „Kaufanfrage“, Anfragen für noch nicht freigegebene Websites, „Erlaubte Kontakte“ und Beschränkungen nach Altersfreigabe. Dazu kommt der Geführte Zugriff, der nicht zur Bildschirmzeit gehört, sondern unter „Bedienungshilfen“ steht.
Vorbereitung: eigener Account für dein Kind
Apple empfiehlt, dass jedes Familienmitglied einen eigenen Apple Account hat. Kinder brauchen einen Kinderaccount und teilen ihn nicht mit anderen, zum Beispiel mit einem Geschwisterkind. Das steht auf der Apple-Hilfeseite zur Bildschirmzeit.
In Deutschland gilt bei Apple ein Konto unter 16 Jahren als Kinderaccount, wie Apple erklärt. Gib dabei das echte Alter an: Viele Schutzvoreinstellungen hängen am Geburtsdatum. Wie du die Familienfreigabe einrichtest, steht im Beitrag zur iPhone Familienfreigabe. Die Schritte sind am iPad dieselben.
Schritt für Schritt: Bildschirmzeit einrichten
Apple empfiehlt, die Bildschirmzeit vom Gerät eines Elternteils aus zu verwalten, nicht vom iPad deines Kindes. Auch den Bildschirmzeit-Code legst du auf deinem Gerät fest.

- Prüfe, ob die Familienfreigabe eingerichtet ist und dein Kind einen eigenen Kinderaccount hat.
- Öffne auf deinem Gerät die Einstellungen-App und tippe auf „Familie“.
- Tippe auf den Namen deines Kindes und dann auf „Bildschirmzeit“.
- Folge den Anweisungen auf dem Bildschirm und lege einen Bildschirmzeit-Code fest, den dein Kind nicht kennt.
- Probiert danach gemeinsam aus, ob alles so wirkt, wie ihr es besprochen habt.
Dieser Menüweg stammt von der Apple-Hilfeseite zur Bildschirmzeit. Wer iPadOS 27 nutzt, bekommt neue Kindersicherungsoptionen. Die gibt es nach Apple nur, wenn alle Geräte der Familie aktualisiert sind.
Welche Einstellungen sind am iPad wichtig?
Du musst nicht alles auf einmal einstellen. Die Tabelle zeigt, was die Hilfeseiten von Apple beschreiben und was voreingestellt ist.
| Bereich | Was du einstellen kannst | Voreinstellung und Grenze |
|---|---|---|
| Käufe und Downloads | „Kaufanfrage“: Dein Kind schickt dir eine Anfrage, wenn es etwas laden oder kaufen will | Unter 13 standardmäßig an. Bei Einlösecodes, Updates und erneutem Laden eigener Käufe kommt keine Anfrage |
| Websites | „Zum Surfen anfragen“ oder „Nur jugendfreie Websites“ | „Zum Surfen anfragen“ unter 13 an, jugendfreie Websites unter 18 |
| Kontakte | „Erlaubte Kontakte“ für Telefon, FaceTime und Nachrichten | Die Nachricht einer neuen Person sieht dein Kind erst nach deiner Freigabe |
| Zeit | „Nutzungszeiten“ je App-Kategorie und „Zeitpläne für Bildschirmzeit“ | Zeitbudget pro Tag, getrennt für Wochentage und Wochenende |
| Inhalte | Altersfreigaben für Inhalte, etwa in Musik, Apple TV und Bücher | Ersetzt keine Absprache zu einzelnen Apps |
Die Kaufanfrage aktivierst du laut Apple unter „Familie“, Name des Kindes, „Apps & Websites“, „Einschränkungen“, „Kaufanfrage“ und dann „Kauferlaubnis erforderlich“. Je nach Land lässt sie sich bei Kindern unter 18 nicht abschalten.
Geführter Zugriff: Das iPad auf eine App beschränken
Der Geführte Zugriff beschränkt das iPad laut Apple vorübergehend auf eine einzelne App. Er ist nützlich, wenn ein Kind dein Gerät benutzt, zum Beispiel für ein Lernspiel oder ein Video. Er ist keine Dauerlösung wie die Bildschirmzeit, sondern gilt für eine Sitzung.
Eingerichtet wird er so, Stand: Oktober 2026:
- Öffne „Einstellungen“ und tippe auf „Bedienungshilfen“.
- Tippe auf „Geführter Zugriff“, aktiviere ihn und lege einen Code fest.
- Öffne die App, auf die das iPad beschränkt werden soll, und drücke dreimal auf die obere Taste.
- Tippe auf „Geführter Zugriff“ und danach auf „Start“.
Du kannst ein Zeitlimit festlegen, Hardwaretasten sperren und Teile des Bildschirms unempfindlich machen. Beenden kannst du die Sitzung mit dem Code, mit Face ID oder mit Touch ID.
Was die Kindersicherung am iPad nicht kann
Die Bildschirmzeit ist ein gutes Werkzeug, aber kein Rundumschutz. Apple nennt selbst einige Grenzen:
- Bei Einlösecodes, Updates und erneutem Laden eigener Käufe kommt keine Kaufanfrage.
- Du kannst Nachrichten nicht lesen und Gespräche nicht mithören.
- Einige Einstellungen sind je nach Land und Alter voreingestellt und lassen sich nicht abschalten.
Dazu kommt: Spiele und Apps mit eigenem Konto haben eigene Einstellungen. Wie das bei einem beliebten Spiel aussieht, zeigt der Beitrag Fortnite gefährlich?. Technik ersetzt auch kein Gespräch. Wie viele Minuten am Tag sinnvoll sind, besprichst du am besten mit deinem Kind, Anhaltspunkte stehen im Beitrag Bildschirmzeit bei Kindern.
Kindersicherung am iPad nach Alter
Apple gibt keine Altersstufen für das iPad vor, außer den Voreinstellungen oben. Die Einteilung hier ist ein Praxisvorschlag, abgeleitet aus den drei Altersstufen des Elternkurses, und keine Empfehlung von Apple.

Wie aus solchen Überlegungen ein Sicherheitsrahmen wird, der im Alltag hält, zeigt Kapitel 7 im Elternkurs Digital aufwachsen. Dort gibt es zum Beispiel das Arbeitsblatt „Unser Sicherheitsdurchgang“.
Welche Apps zum Alter deines Kindes passen, steht im Überblick über Altersfreigaben bei Apps und Spielen. Ein ähnlicher Ablauf für das Telefon steht im Beitrag zur Kindersicherung am iPhone.
Häufige Fragen
Wie richte ich die Kindersicherung am iPad ein?
Öffne auf deinem eigenen Gerät die Einstellungen, tippe auf „Familie“, den Namen deines Kindes und „Bildschirmzeit“. Dein Kind braucht dafür einen Kinderaccount in der Familienfreigabe.
Kann ich Apps am iPad sperren?
Ja. Unter „Apps & Websites“ erlaubst oder blockierst du einzelne Apps und Websites. Über die Kaufanfrage entscheidest du außerdem, welche Apps dein Kind laden darf.
Was ist der Unterschied zwischen Bildschirmzeit und Geführtem Zugriff?
Die Bildschirmzeit gilt dauerhaft für das Konto deines Kindes. Der Geführte Zugriff beschränkt das iPad nur für eine Sitzung auf eine App.
Kann mein Kind die Einstellungen selbst ändern?
Nicht ohne den Bildschirmzeit-Code, wenn du ihn auf deinem Gerät festgelegt hast und dein Kind ihn nicht kennt. Wähle einen Code, den es nicht erraten kann.
Dein nächster Schritt
Prüfe, ob dein Kind einen eigenen Kinderaccount hat, und richte dann die Bildschirmzeit auf deinem Gerät ein. Setz dich danach mit deinem Kind zusammen und testet, ob die Einstellungen so wirken, wie ihr es besprochen habt.
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