Alternative zu Family Link: Was passt zu welchem Handy?

Das erwartet dich
Die passende Alternative zu Family Link hängt vom Gerät deines Kindes ab: Auf dem iPhone ist es die Bildschirmzeit von Apple, auf dem Windows-PC Microsoft Family Safety, und als zusätzlicher Filter für fast alle Geräte das kostenlose JusProg. Eine App, die alles kann, gibt es nicht.
Wie du Geräte, Konten und Apps insgesamt absicherst, zeigt der Überblick zur Kindersicherung am Handy und Tablet. Hier geht es nur um die Frage, wann du statt Family Link etwas anderes brauchst.
Wann Family Link nicht reicht
Family Link läuft auf deinem Handy, egal ob Android oder iPhone. Laut Google brauchst du als Elternteil Android ab Version 5.0 oder ein iPhone ab iOS 11, oder du nutzt den Browser. Dein Kind sollte möglichst Android 7.0 oder höher haben.
Der Knackpunkt ist das Gerät des Kindes. Hat dein Kind ein iPhone, funktionieren laut Google die Verwaltung von Apps, der Chrome-Filter und die Gerätenutzungszeiten dort nicht.

Ein zweiter Grund ist die Grenze der Filter. Google schreibt selbst, dass Family Link keine unangemessenen Inhalte vollständig blockiert und die Filter nicht perfekt sind. Das gilt ähnlich für andere Programme, mehr dazu weiter unten.
Apple Bildschirmzeit: die Lösung für iPhone und iPad
Bildschirmzeit ist die Kindersicherung, die Apple in iPhone und iPad eingebaut hat. Laut Apple legst du damit einen Zeitplan fest, wann Apps genutzt werden dürfen, und begrenzt Kategorien wie Spiele oder soziale Medien.
Dazu kommen die Kaufanfrage für Downloads und Käufe, ein Websitefilter mit der Option „Nur jugendfreie Websites“ und „Erlaubte Kontakte“. Damit bestimmst du, mit wem dein Kind telefonieren, schreiben oder FaceTime nutzen darf.
Dein Kind braucht dafür einen eigenen Kinderaccount in der Familienfreigabe. In Deutschland gilt das laut Apple unter 16 Jahren. Den Weg findest du auf deinem Gerät unter Einstellungen, dann Familie, Name des Kindes und Bildschirmzeit (Stand: Oktober 2026, Menüs ändern sich mit Updates).
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet der Beitrag zur Kindersicherung am iPhone. Die Grenzen sind ehrlich zu nennen: Bei Einlösecodes, Updates und erneutem Laden eigener Käufe kommt keine Kaufanfrage.
Microsoft Family Safety: für Windows, Xbox und unterwegs
Microsoft Family Safety richtet sich an Familien mit Windows-PC oder Xbox. Laut Microsoft gibt es die App auch für Android und iOS. Du stellst Bildschirmzeitlimits ein, blockierst Apps und Websites, auch auf mobilen Geräten, und siehst Aktivitätsberichte, sobald die Geräte verbunden sind.
Außerdem kannst du Guthaben und Ausgabenlimits im Microsoft-Konto deines Kindes festlegen. Der Web- und Suchfilter wirkt nur in unterstützten Browsern wie Microsoft Edge. Ist er an, werden andere Browser blockiert.
In Deutschland muss ein Elternteil das Microsoft-Konto eines Kindes bis 18 verwalten. Einrichtung und Besonderheiten erklärt der Beitrag zu Family Safety von Microsoft.
JusProg: ein kostenloser Filter als Ergänzung
JusProg ist ein Jugendschutzprogramm, das Inhalte filtert. Laut JusProg läuft es auf Windows, macOS, iOS und Android, ist komplett kostenlos, werbefrei und kommt ohne Registrierung aus. Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia (FSM) hat es nach § 11 JMStV anerkannt.
Du stellst den Schutz je Kind und Altersgruppe ein. Gefiltert wird über Einstellungen der Eltern, eine Filterliste auf dem Server und Altersangaben von Webseiten. Zeitlimits oder App-Sperren nennt die Seite nicht, JusProg ergänzt also eher eine Lösung wie Family Link, als sie zu ersetzen.
Die Grenzen beschreibt klicksafe klar: Filter wirken meist nur in bestimmten Browsern. Messenger, Social-Media-Apps und Streamingportale erfassen sie oft nicht.
Bezahl-Apps von Drittanbietern
Neben den Lösungen der Betriebssysteme gibt es Apps von Drittanbietern. klicksafe nennt als Beispiel die Salfeld Kindersicherung für PC, Smartphone und Tablet und beschreibt sie als kostenpflichtig. Eine Preisliste findest du bei den Anbietern selbst.
klicksafe empfiehlt keine bestimmte Drittanbieter-App, weil es zu viele gibt. Die Erfahrungsberichte dort stammen aus 2024 und beruhen nicht auf systematischen Tests. Rankings und Erfahrungsberichte im Netz sind deshalb eine Momentaufnahme, kein Dauerurteil.
Bevor du eine solche App installierst, helfen fünf Prüffragen:
- Welche Geräte und Betriebssysteme deines Kindes unterstützt sie wirklich?
- Was kostet sie über die gesamte Laufzeit, und wie kündigst du?
- Welche Daten werden gespeichert, und wo steht die Datenschutzerklärung?
- Zeigt sie Kontakte und Zeiten oder auch private Nachrichten?
- Lässt sie sich gemeinsam mit deinem Kind einrichten?
Der Vergleich nach Gerät des Kindes
Diese Tabelle fasst zusammen, was die Quellen oben nennen. Sie ersetzt nicht die Hilfeseiten der Anbieter, denn Funktionen ändern sich.
| Gerät des Kindes | Passende Lösung | Das kann sie | Das fehlt |
|---|---|---|---|
| Android-Handy oder -Tablet | Family Link | Apps, Bildschirmzeit, Schlafenszeit, Standort, Kaufgenehmigungen | Filter nicht perfekt |
| iPhone oder iPad | Apple Bildschirmzeit | Zeitplan, Limits, Kaufanfrage, Websitefilter, Erlaubte Kontakte | keine Anfrage bei Einlösecodes |
| Windows-PC, Xbox | Microsoft Family Safety | Zeitlimits, Sperren, Berichte, Ausgabenlimit | Webfilter nur in Edge |
| fast alle Geräte | JusProg als Filter | Inhaltsfilter je Altersgruppe, kostenlos | Zeitlimits nicht genannt |

Datenschutz und Kosten im Blick
Alle drei Systemlösungen laufen über das Konto deines Kindes bei Google, Apple oder Microsoft. Kosten nennen die Hilfeseiten für Family Link, Bildschirmzeit und Family Safety nicht. klicksafe zählt sie zu den integrierten Funktionen von Android und iOS. Prüfe im Store, ob zusätzliche Kosten anfallen.
Bei Google erhalten Kinder laut Google keine personalisierte Werbung. Für Apple, Microsoft und Drittanbieter findest du die Datenschutzinformationen auf der jeweiligen Seite. Lies sie vor der Installation, das ist eine Einschätzung und keine Vorschrift.
Zum Umgang mit der Überwachung gilt: Richte nichts heimlich ein. klicksafe rät, technische Überwachung nie heimlich zu nutzen und dein Kind vorher zu informieren. Die meisten Familienfunktionen zeigen Eltern Kontakte, nicht aber Inhalte privater Nachrichten.
Wichtig ist auch, was die Technik leisten soll. Der Kurs nennt es eine Praxis-Einschätzung: Wird eine Sperre umgangen, lohnt es sich, den Anlass und das eigentliche Schutzproblem zu klären, statt immer strengere Überwachung einzuführen. Ein Wettlauf zwischen Sperre und Umgehung ist selten das, was dein Kind schützt.
Hilfe bei der Auswahl bietet das Portal medien-kindersicher.de: Ein Assistent schlägt dort nach Alter und Geräten eine passende Schutzlösung vor.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Alternative zu Family Link?
JusProg ist laut Anbieter komplett kostenlos und läuft auf Windows, macOS, iOS und Android. Es ist aber ein Inhaltsfilter und bietet laut Seite keine Zeitlimits. Die Bildschirmzeit von Apple und Microsoft Family Safety sind Funktionen der jeweiligen Systeme.
Gibt es Family Link für das iPhone des Kindes?
Eltern können Family Link auf dem iPhone nutzen, aber auf dem iPhone des Kindes ist die Aufsicht eingeschränkt. App-Verwaltung, Chrome-Filter und Nutzungszeiten funktionieren dort laut Google nicht. Für ein Kinder-iPhone ist die Bildschirmzeit von Apple die passende Wahl.
Kann ich zwei Lösungen kombinieren?
Ja, etwa Bildschirmzeit auf dem iPhone und einen Filter als Ergänzung. Prüfe dabei, ob beide Programme dieselben Einstellungen verändern. Mehr Programme heißen auch mehr Einstellungen, die du pflegen musst.
Wie gut schützen all diese Programme?
Keines davon bietet vollständigen Schutz. Auch die beste Einstellung ersetzt kein Gespräch, und manches lässt sich umgehen, zum Beispiel wirkt ein Filter im Router nicht über mobile Daten. Teste jede Einstellung einmal in einer abgesprochenen Situation.
Das kannst du als Nächstes tun
Schau heute nach, welches Gerät dein Kind hauptsächlich nutzt, und richte genau dafür die passende Lösung ein. Wie ihr als Familie einen Rahmen aus Regeln, Zeiten und Absprachen aufbaut, behandelt Kapitel 7 im Elternkurs Digital aufwachsen.
Wie viel Bildschirmzeit je Alter üblich ist, erfährst du im Überblick zur Bildschirmzeit bei Kindern.
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